Vom Etui zum Parfum – von der Visualisierung bis zum Träger.
Ein Parfüm ist mehr als nur ein Duft, es ist Traum, Wunsch, unterstreicht die Persönlichkeit und schafft unsichtbare Brücken. Es ist Lockmittel, Zeitgeist, Botschaft oder Provokation und fördert unsere innere Harmonie und Lebenslust. Parfüms sind Labyrinthe unserer Erinnerung, gleichzeitig Sehnsüchte und Hoffnungen.
Inhalt und Präsentation sind für Kreativität und Entwicklungsprozesse untrennbar.
Dies trifft vor allem auf die Entstehung eines Parfüms zu. Die sinnlichste und lieblichste Kreation bliebe unbeachtet, müsste sie namenlos in einem schlichten Apothekerfläschchen und in der dunkelsten Ecke einer Parfümerie ihr Dasein fristen. Wie Gedichte, Gemälde und Musikstücke braucht auch das Parfüm Botschaften und Ideen, die es vermitteln möchten und Fantasien, die es ansprechen soll.
Somit ist die Entstehung eines Parfüms weitaus mehr als das Zusammenmischen von Duftbausteinen. Dennoch ist die Auswahl und das Zusammenspiel der Essenzen wichtig! Denn wie sage ich immer, entscheidend ist am Ende der Inhalt und dessen Qualität.
An erster Stelle steht die Idee und ihre Botschaft.
Sie bildet die Basis einer Duftentwicklung und definiert, an wen das Parfüm gerichtet ist und welches Bild der «fertige» Duft später übermitteln soll.
Im zweiten Schritt bilden Komposition und Kreation die Bausteine, die den Duft ausmachen.
Der Produktname soll möglichst akkurat die beabsichtigte Botschaft transportieren. Wenn ich den Namen lese, sagt dieser etwas aus und regt mein Kopfkino an.
Ein Beispiel: Requiem of Lost Memories – die verlorenen Erinnerungen von Jean Poivre stimuliert die Fantasie und regt letztlich dazu an, den Duft einmal auszuprobieren. Flakon und Verpackung unterstreichen die Botschaft zusätzlich. Ich als Parfümliebhaber bevorzuge eher schlichte Flakons und opulente Düfte.

Die Differenzierung im Markt der Parfüms teilt sich grob angerissen in 4 Kategorien:
1. Massendüfte – vom Drogeriemarkt bis zum Luxuskaufhaus
Sie beinhalten Konzepte, die von der ersten Stunde an so entworfen sind, dass die meisten Menschen den Duft mögen und sie werden an Trends angepasst.
2. Modedüfte im Mittelsegment – sprechen viele Menschen an
Hier steht ganz klar die Marke im Mittelpunkt und ist auch Programm.
3. Selektivdüfte – Signatur eines Parfüms
Häuser wie CHANEL, HERMÉS und GUERLAIN beschäftigen noch heute einen eigenen Hausparfümeur.
4. Artistic-/Nischendüfte – Insiderwissen steht im Vordergrund
Ganz oben angesiedelt und seltener zu finden, sind Düfte, die durch Beratungsqualität und absolute Individualität gewinnen. Artistic Parfüms sind auch als Nischendüfte bekannt. In diesem Segment haben Sie den Vorteil, Parfümgeschichte zu erleben, denn hier stehen nicht die grossen Werbekampagnen, sondern viel mehr das Insiderwissen im Vordergrund. In dieser Kategorie finden Sie eine Menge Parfüms aus aller Welt. Von klassischen Düften, die schon seit 300 Jahren Geschichte geschrieben haben, bis hin zu verrückten und innovativen Konzepten, wie beispielsweise molekulare Kompositionen, sind eine Menge Düfte heute absolut en vogue. In einer gut sortierten Parfümerie mit fachlich ausgebildetem Personal können Sie Kopfkino erleben und sich Träume erfüllen lassen.
Ich wünsche Ihnen, dass Ihr Parfüm Ausdruck Ihrer eigenen Persönlichkeit wird, denn genau das geben Sie mit Passion an Ihre Kunden weiter.
BIS ZUM NÄCHSTEN MAL.
Herzlichst,
Ihr Marcel Felix Reinhold
Düsseldorf, 2021-05-07